Werden aus Büros bald Wohnungen?

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Der krasse Wohnraummangel und die durch den Homeoffice-Boom eingebrochene Nachfrage nach Büroflächen wirft diese Frage auf.


Jetzt liegt eine neue Studie vor, die besagt, dass in leerstehenden Büros über 300.000 Wohnungen entstehen können.


Hier erfahrt ihr 3 Gründe warum Büros keine großflächige Lösung für den Wohnraummangel sein können.


Das ist passiert

Das Eduard-Pestel-Institut aus Hannover hat eine Studie vorgelegt, die besagt, dass in den nächsten 4 Jahren 325.000 Wohnungen in leerstehenden Büros errichtet werden können.


Das ist eine gigantische Zahl. Zum Vergleich: 2019 wurde in ganz Deutschland 293.000 Wohnungen gebaut.


Auftraggeber der Studie ist das Bündnis “Soziales Wohnen”. Gemäß der Ideale der Bündnismitglieder fordern diese eine strikte Sozialquote beim möglichen Umbau und eine staatliche Förderung der Umbauten.

 

 

Darum ist es wichtig

Der Umbau von Büros zu Wohnungen könnte das Angebot an Wohnraum drastisch erhöhen und dadurch das Miet- und Kaufpreisniveau dämpfen. Daher gilt es, diese Entwicklung zu verfolgen.


Unsere Einschätzung

Die Zahl der möglichen Wohnungen klingt groß. Hier 3 Gründe warum man diese aber mit Vorsicht genießen sollte.


  1. Der Umbau kostet viel Geld und ist daher meist nicht wirtschaftlich

Das Umbauen von Büroflächen zu wohnen kostet allein wegen der Sanitärleitungen und zusätzlicher Wände viel Geld. Diese wird sich für die wenigsten Eigentümer lohnen.


  1. Dazu kommt: Büromieten sind meist deutlich höher als Wohnungsmieten, für Eigentümer lohnt sich die Wohnvermietung meist nicht

Beispiel: Am Berliner Potsdamer Platz liegen die Büromieten bei ca. 40 € / Quadratmeter, die Wohnungsmieten aber nur bei ca. 20 € / Quadratmeter.

Eine Halbierung der Miete entspricht (sofern die Kaufpreisfaktoren die gleichen bleiben) einer Halbierung des Immobilienwertes. Die Eigentümer dieser Immobilien müssten sehr verzweifelt sein, um die Objekte langfristig derartig abzuwerten.

Der naheliegende Weg wäre der Umbau zu Microapartments, in denen das Mietniveau ein ähnliches wie das bei Büroflächen ist.


  1. Dort wo Büros leer stehen ist die Wohnqualität meist schlecht und es gibt nicht genügend Infrastruktur für ein Wohnquartier

Vor allem Büros “auf der Grünen Wiese” oder im Industriegebiet werden am ehesten nur schwer Gewerbemieter finden. In diesen Gebieten will aber keiner Wohnen.

Ohne Supermarkt, Kita oder Bahnahnbindung ist das Wohnen in Bürogebäuden nicht attraktiv.

 

 

Zusammenfassend: Es gibt zu viele offene Fragen, als dass die Umwandlung von Büro zu Wohnraum derzeit eine großflächig angelegte Lösung für die Wohnungsknappheit werden kann.


Die Entwicklung gilt es als aufmerksamer Investor aber weiter zu verfolgen.

 

Quelle: FOCUS


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