Das ist passiert
Nachdem der Bundestag vor einigen Wochen Einigung über die Teilung der Steuer befunden hatte, sperrte sich der Bundesrat gegen die Neuregelung (wir berichteten).
Der Widerstand kam vor allem von Seiten der Union, während die SPD stark für die Teilung kämpfte.
Jetzt ist die Neuregelung vom Tisch. Weiterhin tragen die Bewohner (Mieter beziehungsweise Eigennutzer) die CO2-Steuer gänzlich selbst.
Darum ist es relevant
Linksorientierte Parteien, die in letzter Zeit starken Anklang gefunden haben, stehen vor einem Dilemma: Sie wollen zum einen günstigen Wohnraum gewährleisten, diesen Wohnraum aber gleichzeitig klimafreundlicher machen, was zusätzliches Geld kostet.
Um die Mehrkosten zu tragen schielen diese Politiker immer wieder auf die Wohnungseigentümer. Aus diesem Grund ist es hochgradig relevant, jegliche Arten der Umlage von Klimamaßnahmen auf Vermieter zu beobachten.
Unsere Einschätzung
Die CDU macht sich mit dieser Regelung kurz vor der Bundestagswahl beliebt bei Immobilienbesitzern.
Eine pauschale Umlage der Hälfte der Kosten, unabhängig vom Zustand des Gebäudes, erachten wir ebenfalls als nicht gerecht. Denn wenn man einem Mieter ein energieeffizientes Haus bereitstellt, dann trägt dieser durch sein eigenes Verhalten maßgeblich zum CO2-Ausstoß bei und es wäre unangebracht den Vermieter dennoch zur Kasse zu bitten.
Für Mieter in Häusern mit besonders schlechtem energetischen Standard ist die Entscheidung womöglich bitter. Denn diese haben, unabhängig davon, wie sie leben, aufgrund des Gebäudes oft nicht die Möglichkeit, Energie und damit Geld zu sparen.
Die Idee des Deutsche Wohnen Chefs Michael Zahn, die Steuerlast je nach Energieeffizienzklasse des Hauses zu verteilen wirkt hier wie eine für beide Seiten vertretbare Option.
Das sagt Profi-Investor Markus zu dem Thema:
“Über Sinn und Unsinn einer teilweisen CO2-Umlage auf Eigentümer mag ich gar nicht mehr nachdenken. Die Argumente sind alle auf dem Tisch und ich kann mit etwas gutem Willen die Pro- und die Contra-Argumente nachvollziehen.
Was mich aber an dieser Diskussion stört ist, dass wieder ein neues Spielfeld an Regelungen, Ausnahmeregelungen, Nachweispflichten und irgendwann Gerichtsurteilen eröffnet wird, die zu beachten sind. Und das alles für einen, aus meiner Sicht, kleinen Vorteil für Mieter.
Im Neubau sind die Energieeffizienzstandards ohnehin auf einem hohen Niveau und im Bestand haben wir in Deutschland eine Sanierungsquote von 1,5 - 2% pro Jahr, das heißt wir brauchen rund 50 Jahre für eine vollständige Sanierung aller Bestandswohnungen. Das kann nur durch finanzielle Anreize für Eigentümer beschleunigt werden, aber aus meiner Sicht nicht durch Überregulierungen, die die Gesetzeslage unübersichtlicher machen.”
Über Markus Rehkugler: Markus kommt aus Tettnang und ist Profi-Investor und immocation Coach. Er hat über 100 Wohnungen. Ihr findet ihn hier bei Instagram.
Quelle: FOCUS

