Transparenzregister für Immobilien soll kommen

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Das ist passiert

In einem Papier der Ampel-Koalitionäre, das der “SZ” vorliegt steht folgendes: "Die Verschleierung von wahren Eigentümern von Immobilien in Deutschland beenden wir". Die "wirtschaftlich Berechtigten" sollen "in allen vorgeschriebenen Fällen" im entsprechenden Transparenzregister aufgeführt sein. 

Besonders relevant in diesem Satz sind die Worte “wirtschaftlich Berechtigten”. Die Eigentümer aller Immobilien in Deutschland stehen bekannterweise im Grundbuch. Allerdings nutzen gerade größere Bestandshalter ein komplexes Firmengeflecht, in dem die Gesellschaft, die offiziell Eigentümer ist von weiteren Gesellschaften gehalten wird. Hierdurch ist oft unklar, wer am Ende der Struktur steht und die Mieteinnahmen erhält. 

Die Verschärfung der Regelungen bezüglich der Transparenz sollen genau in diesen Fällen mehr Klarheit zu den Eigentümerstrukturen geben. 


Darum ist es relevant

Mieter berichten immer wieder medienwirksam darüber, dass Sie Geld an eine Briefkastengesellschaft zahlen, die sich ansonsten nicht um die Immobilie kümmert. 

Des Weiteren dienen gerade internationale Firmenstrukturen zur Senkung der Steuerlast, was der Politik ein Dorn im Auge sein dürfte. 

Ein Transparenzregister würde also in diesen zwei großen Bereichen ein politisches Zeichen setzen.


Das bedeutet ein Transparenzregister für den privaten Immobilieninvestor

Inwiefern ihr zukünftig mehr Informationen preisgeben müsst, als derzeit hängt von der Struktur ab, mit der ihr Immobilien haltet. Seid ihr selbst im Grundbuch eingetragen ändert sich im Grunde nichts. Auch wenn ihr Immobilien mit einer eigenen Gesellschaft haltet, ändert sich im Grunde nichts. Denn der Name der Gesellschaft kann im Grundbuch nachgeschaut werden und die Namen der Geschäftsführung dieser im Handelsregister. Somit liegen die Eigentumsstrukturen bereits jetzt offen. 

Fraglich ist allerdings, wer Einsicht in das mögliche Transparenzregister erhalten darf. Einsicht in das Grundbuch erhält man nur mit berechtigtem Interesse. Der Bund hingegen bietet bereits ein Transparenzregister für andere Wirtschaftsbereiche an, auf das jeder zugreifen kann. Sollten der Zugriff auf Daten von Immobilieneigentümern für jedermann möglich sein würde das einen großen Verlust der Privatsphäre darstellen.

Um genau zu sagen, welche Folgen ein Transparenzregister haben würde ist es aber noch zu früh, denn: Die Partner einer möglichen Regierung, die noch nicht einmal offiziell ist haben sich auf die Intention verständigt, mehr Transparenz in den Immobilienmarkt zu bringen. Noch ist es also zu früh, um Schlüsse zu ziehen, es gilt aber, die Entwicklung weiter zu verfolgen. 


Quelle: Süddeutsche Zeitung


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