Neuberechnung der Grundsteuer: Was wird sich künftig für Eigentümer verändern?

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Ein Bundesmodell oder eine eigene Methode? Der Bundestag hat nach Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts Ende 2019 eine Neuregelung der Grundsteuer beschlossen, die am 01.01.2025 in Kraft tritt. Auf Initiative von Bayern wurde eine Öffnungsklausel für die Bundesländer aufgenommen. 


  • Mit der Öffnungsklausel wurde den einzelnen Bundesländern ermöglicht, sich bei der Neuberechnung der Grundsteuer selbständig zu machen. Bayern hat zuerst gegen das bestehende wertabhängige Modell des Bundes entschieden und wird ein eigenes Fläche-Lage-Modell umsetzen.
  • Dieses Modell nimmt allein die Größe des Grundstücks und des Gebäudes als Bemessungsgrundlage. Bayern sieht insofern den Vorteil, als bei steigenden Immobilienpreisen nicht alle paar Jahre eine Erhöhung der Grundsteuerlast kommen wird.
  • Laut Finanzministerin Monika Heinold stellt die neue Reform keine Steuererhöhung dar. Stattdessen soll die Grundsteuer in einfacheren Lagen niedriger ausfallen als in hochpreisigen. 
  • Die Mehrheit der Bundesländer prüft derzeit ein eigenes Modell. Vorgesehen ist eine Neubewertung ab 2022 aller 35 Millionen Grundstücke in Deutschland als Basis für die Grundsteuererhebung ab 2025.
  • Die Grundsteuer wird von den Eigentümern bezahlt, die derzeit noch über die Nebenkostenabrechnung an die Mieter übertragen werden kann. Wer künftig mehr zahlen muss, ist noch unklar. 
  • Fakt ist: Profiteure sind, wie bisher auch, die Kommunen. Sie bestimmen die Hebesätze und damit die Höhe der Abgaben, unabhängig vom gewählten Modell. Je nach Wohnort kann sich so die Grundsteuer für die gleiche Immobilie um mehrere Hundert Euro unterscheiden. 

 

Markus Rehkugler (Immobilieninvestor und immocation Coach) sagt: 

Mit der Neuberechnung der Grundsteuer werden die Finanzämter ab 2020 auf Basis des Bundesgesetzes bzw. der individuellen Regelungen der einzelnen Bundesländer alle Grundstücke neu bewerten müssen. Da eine solche Bewertung nur vom grünen Tisch in einem weiterhin pauschalierten Verfahren erfolgen kann, bleibt fraglich, ob es wirklich zu einer "gerechteren" Bewertung der Immobilien führt und ob der Gesamtaufwand hierfür gerechtfertigt ist. Letzten Endes bestimmen die Gemeinden, durch die Festlegung ihres Hebesatzes, in großen Teilen über die Höhe der fälligen Grundsteuer - egal ob nach alter oder neuer Bewertungsmethode."


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