Altbau-Mehrfamilienhäuser in Berlin (Symbolbild)

Aus der Traum: Megafusion steht vor dem Aus

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Die durch den Immobilienkonzern Vonovia geplante Übernahme von Deutsche Wohnen ist höchstwahrscheinlich vom Tisch. Die Gründe fürs Scheitern und die Folgen erfahrt ihr hier.

Altbau-Mehrfamilienhäuser in Berlin (Symbolbild)

Das ist passiert

Am 28.06.2021 hat das Bundeskartellamt die geplante Verschmelzung der beiden größten deutschen Wohnungsvermieter genehmigt. Für die geplante Übernahme hätte sich der Immobilienkonzern Vonovia mindestens 50% der Deutsche Wohnen-Anteile sichern müssen. Zum Stichtag kamen sie nur auf 47,62% des Grundkapitals und der Stimmrechte, womit die Fusion nicht zustande kommen würde.


Das steckt hinter dem Scheitern

Als Hauptgrund für das Scheitern der Übernahme sieht Vonovia-Chef Rolf Buch den wachsenden Einfluss von Fonds bei Aktiengesellschaften. So hätten Indexfonds ihre Anteile nicht rechtzeitig übertragen können. Die restlichen Anteile seien auf Hedgefonds entfallen, welche auf ein besseres Angebot gehofft hätten. Jeder hofft, dass er für seine nicht angedienten Aktien mehr bekomme, sodass seitens der Aktionäre wenig zur Übernahme beigetragen wurde. Jeder Anteilseigner sollte nach dem Beschluss EUR 52,- pro Aktie in Bar und zusätzliche die Dividendenausschüttung für das Jahr 2020 von voraussichtlich EUR 1,03,- - insgesamt also EUR 53,03,- pro Aktie erhalten. Da die Indexfonds nichts tun konnten, sei das Projekt an den Hedgefonds gescheitert.


So könnte die Übernahme noch funktionieren

Sollte Vonovia ein höheres Kaufangebot vorlegen, das die Hedgefonds doch noch zum Verkauf bewegt, stünde der Übernahme nichts mehr im Weg. 


Sonderfall Berlin

Die Konzerne haben sich trotz des Scheiterns der Fusionspläne darauf geeinigt, dass 20.000 Wohnungen dem Land Berlin zum Kauf angeboten werden. Über die Kaufpreissumme der insgesamt 20.000 Wohnungen wird derzeit verhandelt. Der Erlös aus dem Verkauf sollte die Übernahme zum Teil mitfinanzieren. Da die Übernahme, wenn überhaupt, teurer zustande kommt wird auch der Kauf der 20.000 Wohnungen für das Land Berlin nicht günstiger. 


Unsere Einschätzung

Es fehlen nur gut 2% der Aktien, damit die Fusion zwischen Deutsche Wohnen und Vonovia doch noch vollzogen werden kann. Um diese Anteile zu bekommen müsste Vonovia den Hedgefonds ein höheres Angebot unterbreiten. 

Für die Konzerne gilt es jetzt, abzuwägen, ob man die Fusion zu einem höheren Preis durchführen möchte oder gänzlich von ihr Abstand nehmen will. 


Ganze Artikel: Haufe, Tagesspiegel, Konii



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