Große Wohnsiedlung hinter dem Alexanderplatz in Berlin.

Megafusion von 2 Immo-Konzernen bahnt sich an

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Vonovia wird höchstwahrscheinlich Deutsche Wohnen übernehmen und damit den größten Wohnnungskonzern Europas bilden. Alles zum Deal erfahrt ihr hier.

Große Wohnsiedlung hinter dem Alexanderplatz in Berlin.

Das ist der Deal

Vonovia bietet 52,00 € plus eine Bardividende von 1,03 €, also insgesamt 53,03 € pro Deutsche Wohnen Aktie. 

Der CEO von Deutsche Wohnen, Michael Zahn hat den Aktionären empfohlen, es anzunehmen. 

Der Deal kommt nur zustande wenn die Inhaber von mehr als 50% aller ausstehenden Aktien zustimmen. Außerdem hat die Kartellbehörde den Deal noch nicht genehmigt.


Das sind die Folgen

Durch den Zusammenschluss würde ein Konzern mit über 500.000 Wohnungen in Deutschland, Österreich und Schweden entstehen.

Besonders behandelt wird bei dem Deal Berlin. Zum einen plant der Konzern, die Mieten in der Hauptstadt für die nächsten drei Jahre um nur 1% p.a. und danach nur mit der Inflation zu erhöhen, zum anderen bieten sie dem Land Berlin 20.000 Wohnungen zum Kauf an.

Diese beinhalten vor allem sozial gebundenen Wohnraum in großen Quartieren. Der Kaufpreis wird nach dem Ertragswertverfahren ermittelt und nach Aussage des Berliner Bürgermeisters mehr als 2 Mrd. € betragen. 

Der neue Konzern wird Vonovia SE heißen und in Bochum sitzen, bis 2024 soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben.


Unsere Einschätzung

Sollte die Fusion klappen würde sie dem linkspolitischen Milieu Wind aus den Segeln nehmen, besonders in Berlin. 

Die Begrenzung der Mieterhöhungen kommt zum Beispiel fast dem Vorschlag der SPD gleich, die vorgeschlagen haben, dass deutschlandweit die Mieten nur noch mit der Inflation steigen dürfen. 

Das Angebot der Wohnungen für Berlin gäbe dem Konzern gegenüber Initiativen wie “Deutsche Wohnen & Co enteignen” einen strategischen Vorteil: Denn es ist unwahrscheinlich, dass das finanziell mager aufgestellte Berlin nach einem Kauf über mehr als 2 Mrd. € weitere Wohnungen kaufen könnte oder wollte. 

Außerdem kann der Konzern durch das Angebot bestimmen, welche Immobilien er abgibt. Es könnte zum Beispiel sein, dass der Konzern Berlin schlechter vermietete oder instandgehaltene Wohnungen verkauft und dadurch die besseren Einheiten vor möglichen Enteignungen schützt. 

Für alle Privatinvestoren ist die Fusion dahingehend als positiv zu betrachten, da sich die beiden Konzerne als fairer Verhandlungspartner gegenüber der Politik und den Mietern zeigen. Dies dürfte zur Entspannung des Verhältnisses zwischen Vermietern und Mietern beitragen.

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