Befindet sich der Immobilienmarkt in einer Blase?

Haben wir eine Immobilienblase?

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Immer mehr Wirtschaftsforscher sprechen von einem überhitzten Markt und, dass dieser nicht für immer weitergehen kann.

Doch haben wir wirklich eine Immobilienblase? Und falls ja, wann platzt diese?

Befindet sich der Immobilienmarkt in einer Blase?

Das spricht für eine Blase

Reiner Braun, Vorstandschef von Empirica geht fest davon aus, dass wir eine Blase haben. Er ermittelt regelmäßig des “Blasenindex”. Dieser Wert basiert unter anderem auf dem Verhältnis von Kauf- und Mietpreisen. 

Er meint, dass sobald die Zinsen steigen, was unweigerlich irgendwann der Fall sein müsse, die Mieten steigen oder die Kaufpreise fallen müssen. 

Aufgrund der politischen Stimmung im Land ist aber davon auszugehen, dass Mietsteigerungen immer unwahrscheinlicher werden. So wollen z.B. SPD und Grüne einen bundesweiten Mietendeckel einführen. Daher ist ein Absinken der Preise wahrscheinlicher. 

Ein weiterer Punkt ist das Einkommen. Auf Dauer seien Preise für eine Immobilie, die das Zehnfache des Jahreseinkommens betragen nicht erzielbar, meint Braun. Sofern die Einkommen nicht zeitnah drastisch steigen bestehe auch hier die Gefahr, dass die Immobilienpreise nicht nachhaltig sind. 


Das spricht gegen eine Blase

Anderer Meinung ist Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft. Er meint, dass, wenn es eine Blase gebe, diese durch die Coronakrise hätte platzen müssen. Genau das Gegenteil war aber der Fall: Die Preise für Immobilien steigen weiterhin.

Außerdem ist der Arbeitsmarkt stabil, was gegen einen drastischen Preisverfall spricht. Dieser würde nur stattfinden, wenn viele Menschen ihre Kredite nicht mehr bedienen und dadurch verkaufen müssten.

Zudem sein die Finanzierungsvoraussetzungen für Immobilienkäufe weiterhin anspruchsvoll. Ein Privatkäufer muss mindestens 10-20% des Kaufpreises als Eigenkapital mitbringen. 

Des Weiteren werde das Angebot an Immobilien unter anderem durch langwierige Genehmigungsverfahren weiter knapp gehalten. Von einem Überangebot durch Neubau sei daher also nicht auszugehen.


Unsere Einschätzung

Es gibt Indizien dafür, dass die Preise nicht viel mehr steigen können. Doch dafür, dass die Immobilienpreise schlagartig abfallen können, dafür gibt es keine schlüssigen Beweise.

Zu hoch ist die Nachfrage und zu klein ist das Neuangebot, als, dass es gigantische Rückschläge geben sollte. 

Als private Immobilieninvestoren solltet ihr eure Investments nicht tätigen, weil ihr auf steigende Preise hofft (das ist egal, in welchem Markt nicht schlau), denn die Preisdynamik könnte sich abkühlen. Auch solltet ihr nicht auf zu stark steigende Mieten hoffen, diese dürften noch stärker ins Auge der Politik kommen.

Wer aber eine zu einem nachhaltigen Preis eingekauft und vermietete Immobilie zur Kapitalanlage hat oder kaufen möchte, der muss sich unsere Erachtens keine Sorgen darum machen, dass eine mögliche Blase platzt. 


Quelle: Handelsblatt 

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