Düsseldorf: Die Rheinmetropole ist einer der vielen Städte ohne aktuellen Mietspiegel.

Der Mietspiegel wird Pflicht

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Die GroKo hat sich darauf geeinigt, dass Gemeinden mit mehr als 50.000 Einwohnern künftig Mietspiegel erstellen müssen. Die Hintergründe erfahrt ihr hier.

Düsseldorf: Die Rheinmetropole ist einer der vielen Städte ohne aktuellen Mietspiegel.

Das steht hinter der Änderung

Mietspiegel legen die ortsübliche Vergleichsmiete (OVM) fest und dienen daher als Grundlage der Mietpreisbremse, die besagt, dass Neuvertragsmieten nicht mehr als 10% über der OVM liegen dürfen.

Besteht kein Mietspiegel müssen Vermieter die Miethöhe entweder durch einen Sachverständigen oder durch drei Vergleichsabschlüsse belegen. Letzteres gestaltet sich in manchen Märkten sehr schwer, da man drei in Ausstattung und Lage nahezu identische Wohnungen und deren Konditionen herausfinden muss. Ein Sachverständigengutachten hingegen kann teuer sein. Aus diesen Gründen ist der Mietspiegel die praktikabelste Option. 

Dass die Bundesregierung den Mietspiegel nun für Gemeinden mit 50.000 Einwohnern verpflichtend machen wird soll für Klarheit bei der Miethöhe sorgen.

Derzeit besteht für Gemeinden kein Pflicht zur Erstellung eines Mietspiegels. Folge davon ist, dass 34 der 200 größten deutschen Städte (Darunter auch Berlin, Düsseldorf und Hannover) keinen haben, wie kürzlich die Gesellschaft für Immobilienforschung (gif) herausfand. Hierdurch läuft die Mietpreisbremse häufig ins Leere. 


Unsere Einschätzung

Die Neuerung wird mehr Klarheit in die Ermittlung der Miethöhe bringen und dadurch wahrscheinlich einen Streitpunkt zwischen Mietern und Vermietern entfernen, was zu begrüßen ist.

Entscheidend ist, dass die Mietspiegel, die aufgestellt werden tatsächlich die Marktverhältnisse abbilden und nicht politisch instrumentalisiert werden um die Mieten künstlich niedrig zu halten. 

Bestandshalter in Regionen ohne Mietspiegel müssen sich keine Sorgen über sinkende Mieten machen. Denn: Sie können sich auf den Bestandsschutz nach § 556e BGB berufen. Dieser erlaubt es dem Vermieter die selbe Miete zu verlangen, die auch schon der Vormieter gezahlt hat.


Ganzer Artikel: Handelsblatt 

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