Das ist passiert
Der Immobiliendienstleister JLL hat einen neuen Report zu Markt für Eigentumswohnungen veröffentlicht. In diesem wurden die Top-8 Städte (München, Stuttgart, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Hamburg, Berlin und Leipzig) und die knapp 100 anderen kreisfreie Städte analysiert.
Mieten
Die mittleren Angebotsmieten (Bestand und Neubau) in den Top-8 bleiben weiterhin überwiegend auf einem Wachstumspfad, wenn auch deutlich abgeschwächt. Den größten Zuwachs auf Jahressicht gab es in Berlin (7,7%) gefolgt von Köln (5,6%) und Hamburg (3,5%). In Düsseldorf stagnierten die Mieten und in Stuttgart fielen sie um 1,6 %.
Bei den Spitzenmieten ist die Luft raus
Bei den Spitzenmietniveaus in den Top-8 scheint mittlerweile die Spitze erreicht zu sein, mit Ausnahme von Berlin (+15,0 %) und Leipzig (+7,9 %). In den letzten 12 Monaten fielen die Spitzenmieten in München (-4,6 %), Frankfurt (-5,3 %), Stuttgart (-11,2 %) und Düsseldorf (-1,2 %) zum Teil deutlich.
Betrachtet man die letzten 5 Jahre, so hat Berlin mit 46% die stärkste Mietsteigerung erlebt. Mit aktuell 14,00 Euro/m²/Monat liegt der Mittelwert der Berliner Mieten aber noch immer niedriger als in Stuttgart (15,15 Euro/m²/Monat), Frankfurt (16,00 Euro/m²/Monat) oder München (20,70 Euro/m²/Monat). In Hamburg liegt das durchschnittliche Mietniveau bei 13,45 Euro/m²/Monat. Am günstigsten wohnt es sich in Leipzig mit einer durchschnittlichen Angebotsmiete von 7,60 Euro/m²/Monat.
Mieten steigen in den letzten 12 Monaten stärker in Städten außerhalb der Top-8
In den knapp 100 anderen betrachteten Städten sind in den letzten zwölf Monaten die Durchschnittsmieten mit durchschnittlich 9% deutlich stärker gestiegen als in den Top-8.
In der Fünfjahresbetrachtung dreht sich dieses Bild. In dem Zeitraum sind die Mieten in den Top-8 um jährlich 5% gestiegen, in den anderen Städten legten die Mieten jährlich nur um 4,2% zu.
Kauf
Kaufpreise legen durchschnittlich um 15% zu
In den Top-8 und den anderen knapp 100 kreisfreien Städten sind die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in den letzten 12 Monaten um satte 15 Prozent gestiegen.
Der stärkste Anstieg fand in Leipzig statt, wo die Preise in 12 Monaten um 31,6 Prozent auf damit durchschnittlich 3.120 Euro/m² anstiegen. Hamburg weist ein Plus von 20,9 Prozent (auf 6.250 Euro/m²), gefolgt von Köln (15,4 % auf 4.800 Euro/m²) und Düsseldorf (12,9 % auf 4.800 Euro/m²). Geringere, aber immer noch hohe Steigerungen finden sich in Berlin (8,7 %) und Stuttgart (8,1%) aus, dort die Kaufpreise durchschnittlich bei 5.260 Euro/m² bzw. 5.190 Euro/m².
Betrachtet man die Kaufpreisentwicklung der letzten 5 Jahren, sticht Leipzig mit +93% durchschnittlichem Preiszuwachs heraus. Danach kommen Frankfurt (+68%), Hamburg (+61%), Berlin (+58%), Köln (+55%), Düsseldorf (+45%), München (+42%) und Stuttgart (+33%).
Darum ist es wichtig
Durch einen solchen Marktbericht könnt ihr erkennen, wie sich die Preise an verschiedenen deutschen Standorten entwickelt haben. Durch die Informationen wisst ihr, was in anderen Märkten passiert und könnt gegebenenfalls Prognosen für eure eigenen Investments treffen.
Unsere Einschätzung
Der Wertzuwachs an Standorten wie Leipzig zeigt, dass rein nach Mietrendite orientiertes Investment in den vergangenen Jahren nicht immer die bestmögliche Rendite erzielte. Leipzig war, relativ gesehen, in den letzten 5 Jahren nie ein Standort mit einer besonders überdurchschnittlichen Rendite. Dennoch hätte sich ein Investment in den letzten Jahren ausgezahlt.
Dieses Beispiel zeigt, dass verschiedenste Investmentstrategien zum Erfolg führen können. Ein Investment mit der Hoffnung auf Wertsteigerung spekulativ zu kaufen ist zwar nicht das, was wir als intelligentes Investieren bezeichnen würden. Dennoch solltet ihr die Möglichkeit einer eventuellen Wertsteigerung eines Investments in die Kaufentscheidung mit einbeziehen.
So kann es sich zum Beispiel auch lohnen, zu einer im Vergleich zu anderen Standorten geringeren Anfangsrendite zu kaufen, wenn eine bessere Aussicht auf eine Wertsteigerung besteht. Sofern sich der Deal auch so für euch rechnet und euer finanzielles Wohl nicht von einer Wertsteigerung abhängig ist kann auch so ein Kauf Sinn machen.
Quelle: Konii

