immocation Corona-Update #1: Auswirkungen auf den Immobilienmarkt?

immocation Corona-Update #1: Auswirkungen auf den Immobilienmarkt?



Neben gesundheitlichen Folgen stellt die Corona-Krise auch wirtschaftlich eine große Herausforderung dar. Die Finanzmärkte spielen verrückt, der DAX hat extreme Kursverluste hingenommen und zahlreiche Unternehmen müssen drastische Umsatzeinbrüche hinnehmen. COVID-19 hat die Welt fest im Griff und auch der Immobilienmarkt bleibt nicht verschont. Doch wie wirkt sich die Corona-Krise auf den Immobilienmarkt aus und welche nützlichen Handlungsempfehlungen sollten beachtet werden?


Wir von immocation wollten es genau wissen und haben 11 Immobilieninvestoren aus dem Coaching-Team befragt. Eine Bestandsaufnahme, die das persönliche Stimmungsbild sowohl der Coaches als auch von uns widerspiegelt. Das erste Corona-Immobilienmarkt-Update, welches in Abstand von 2-3 Wochen aktualisiert wird.

Im ersten Schritt gehen wir auf die unterschiedlichen Teilmärkte ein. Inwiefern sind Auswirkungen spürbar auf:

  • Vermietung

  • Banken, Kredite und Finanzierung

  • Neubau und Sanierung

  • Immobilien Preise, Kauf und Verkauf

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise für Vermieter?

„Hat der Corona-Crash derzeit schon spürbare Auswirkungen für Vermieter?“ 

„Kurzzeitvermietungen sind stark betroffen. Die Buchungen sinken auf nahezu 0 Prozent und das voraussichtlich bis Mai.“ Sebastian Gleißner (Immobilieninvestor im Bereich Sondervermietungsmodelle)

Demnach sind Sondervermietungsmodelle wie Airbnb o. Ä. durch die Corona-Krise stark betroffen. Für zahlreiche Kurzzeitvermietungen bricht die Miete von einen auf den anderen Tag weg.

Markus Rehkugler (Immobilieninvestor am Bodensee) äußert sich folgendermaßen zu diesem Thema: „Die Auswirkungen auf den Immobilienmarkt sind spürbar. Es gab bereits die erste Anfrage eines Mieters bezüglich einer Mietreduktion für die nächsten Monate. Grund: Umsatzeinbrüche in seinem Unternehmen von 30-40 Prozent. Weitere werden in Zukunft folgen.“

Gewerbeimmobilien sind unmittelbar betroffen. Restaurants, Cafés und Ladengeschäfte müssen schließen, folglich können auch die Mieten nicht mehr bezahlt werden.

Fazit Mietmarkt: Sowohl Sondervermietungsmodelle als auch Gewerbeimmobilien haben mit den Auswirkungen durch Corona zu kämpfen. Die Folgen für den Wohnmietmarkt sind aus unserer Sicht gering, da der Wohnraum ein elementares Bedürfnis im Leben eines Menschen darstellt. Langfristig gesehen könnte sich das aufgrund von steigender Arbeitslosigkeit oder mangelnder Gehaltszahlung ändern.

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Gefährdet Corona den Kreditmarkt?

Lohnt es sich derzeit eine Immobilie zu kaufen und wie sieht es mit einer Kreditvergabe seitens der Banken aus? Für Andreas Pfestroff (Finanzberater und Immobilieninvestor) sind die ersten Auswirkungen deutlich spürbar: „Es gibt Banken, die ihre Mitarbeiter ins Home-Office schicken sowie einzelne Filialen, die aufgrund von Verdachtsfällen schließen. Längere Kredit-Bearbeitungszeiten oder gar Einschränkungen bei der Kreditvergabe sind bereits an der Tagesordnung.“

Die aktuelle Momentaufnahme der Kreditmärkte zeigt einen Rückgang der Kreditvergabe aufgrund von mangelndem Personal vor Ort. Wir von immocation empfehlen: „Bei einem bevorstehenden oder bereits erfolgten Notartermin unbedingt darauf achten, ob die Bank in der Lage ist, das Geld zur Verfügung zu stellen. Die Kaufentscheidung sollte in jedem Fall wohlüberlegt erfolgen.“

Auch Sebastian Gleißner bemerkt erste Einschränkungen der Kreditvergabe. „Zugesagte Kreditverträge werden verschoben mit der Begründung, der Vorstand oder zuständige Mitarbeiter seien im Urlaub. Neue Darlehensverträge werden kaum noch bearbeitet.“

Fazit Kreditmarkt: Die Auswirkungen durch Corona sind auf dem Kreditmarkt deutlich spürbar. Mit einer Prognose bezüglich der Zinsentwicklung halten wir uns zurück und auch die Meinungen zu diesem Thema gehen weit auseinander. Stattdessen heißt es: „Beobachten, abwarten und Risiken vermeiden.“

Ist die derzeitige Planung von Bau- und Sanierungsmaßnahmen sinnvoll?

  „Augen zu und durch“, so Martin Voßberger aus dem Coaching-Team. Er ist in der Projektentwicklung für Wohn- und Gewerbeimmobilien tätig und empfiehlt ein begonnenes Bauprojekt abzuschließen. Hierfür sind eine strukturierte Planung und Koordination ratsam. Noch wird aktiv gebaut, doch könnten in Zukunft Projekte verschoben werden. Diese Erfahrung machte Marco bei seiner Wohnung in Heidenheim. Im April waren Sanierungsmaßnahmen geplant, die nun von seinem Handwerker nicht ausgeführt werden. Grund ist seine Rückkehr nach Polen aufgrund des Coronavirus. Demzufolge rechnet Marco mit 1-2 Monaten Mietausfall. Für Handwerker wiederum könnte die Situation von Vorteil sein, da sie nun mehr Zeit für offene Aufträge haben.

Was bedeutet die Corona-Krise für Immobilien-Preise, Kauf und Verkauf?

Der Handel von Immobilien ist durch COVID-19 spürbar betroffen. Basti Kopp (Makler und Immobilieninvestor) berichtet: „Ein Maklertermin wurde abgesagt, da sich die Wohnung in der Fußgängerzone von Leverkusen befindet. Meine Banken sind mir gegenüber jedoch nicht zurückhaltender.“

Auch Markus Rehkugler stellt eine große Verunsicherung bei seinen Kunden fest: „Wir hatten letzte Woche eine Abnahme von einem Neubauten-Projekt, bei dem die Käufer ihre Bedenken im Hinblick auf die begrenzte Auftragsannahme von Handwerkern äußerten. Die Auswirkungen der Corona-Krise sind deutlich spürbar und werden in den nächsten Wochen definitiv mehr werden.“

Mirko Otto (Immobiliensachverständiger) erzählt: „Ich habe eine Absage für ein großes Co-Investitionsprojekt erhalten. Es wird zu keinem Vertragsabschluss kommen, da der Co-Investor abgesprungen ist. Im Allgemeinen wird eine Eurokrise mit Italien als schwächstes EU-Mitglied befürchtet.“

Rückmeldung gab es auch aus Wien von Paul Zödi (Immobilieninvestor und Immobilienmakler), wo aufgrund von Quarantäne und Ausgangssperre noch dramatischere Zustände herrschen: „Ich befinde mich derzeit in Quarantäne. Österreich ist auf Minimalbetrieb zurückgefahren. Die Immobilienbranche liegt am Boden. Es gibt kaum noch Wohnungsbesichtigungen und Eigentümerversammlungen wurden abgesagt.“

Ganz andere Erfahrungen machte Max Reidl (Projektentwickler und Bauträger): „Tatsächlich entwickeln sich die Veränderungen im Immobilienmarkt leicht positiv. Offene Finanzierungsvorhaben wurden zügig von den Banken abgewickelt. Wir erhielten Zusagen für Objekte, die schon seit längerer Zeit ausstehen. Darüber hinaus sind für diese Woche vier Notartermine vereinbart. Das lässt mich in der Situation noch entspannt bleiben.“

„Aktuell befinde ich mich in der Realisierung von mehreren Wohneinheiten. In zwei Wochen steht ein Notartermin für einen Ankauf eines weiteren Bestandsgebäudes an. Jetzt Veränderungen vorzunehmen halte ich für falsch, da nicht alle Überlegungen aus der Vergangenheit hinfällig sind. Auch wenn sie kurzfristig ausgehebelt sind, wird wieder Normalität einkehren.“ Martin Voßberger (Projektentwickler für Wohn- und Gewerbeimmobilien)

Fazit Transaktionsmarkt: Die Mechanismen in Immobilienmarkt funktionieren nach wie vor. Wohnen wird immer ein elementares Bedürfnis bleiben. Gleicher Meinung sind auch wir von immocation. Steht ein guter Immobilien-Deal bevor und ist der Geldzufluss gesichert, sollte die Kaufabwicklung erfolgen. Doch ist in den nächsten 4-8 Wochen mit Einschränkungen zu rechnen.

Wie sieht die Prognose für den Immobilienmarkt aus?

Abschließend erfolgt noch eine Prognose, die jedoch nicht als allgemeingültig zu verstehen ist, da sich das wirkliche Ausmaß nur schwer erfassen lässt. Es liegt in der Verantwortung eines jeden Immobilieninvestors zu überlegen, welche neuen Handlungsmöglichkeiten sich ihm bieten und vor allem, woran er selbst glaubt.

So traf Markus Rehkugler folgende Entscheidung: „Im Augenblick werde ich mein Investmentverhalten insofern ändern, als dass ich noch intensiver die Märkte beobachte und nicht aktiv kaufe. Die echten Gelegenheiten, die sich meiner Meinung nach aus der Krise ergeben, werden erst in einem halben Jahr an den Markt kommen. Dann sollte man bereit sein, das eine oder andere Objekt zu kaufen. Es gilt die Redewendung: „Cash ist King“ – in Krisenzeiten mehr als in jeder anderen Zeit.“ 

Daniel Kleinert mit Schwerpunkt Immobilien-Akquise und Bestandsaufbau in Berlin schätzt die Lage im Immobilienmarkt folgendermaßen ein: „Aus meiner Sicht wird der Boom an Gewerbeimmobilien zurückgehen. Die Nachfrage an Büroräumlichkeiten sinkt, da die Arbeit im Home-Office zunimmt. Wohnimmobilien sind nach wie vor gefragt. Langfristig jedoch könnten Risiken aufgrund mangelnder Gehaltszahlungen in Form von Mietausfällen entstehen.“

Bodo Wawrzyniak (Anwalt für Immobilienrecht in Berlin) fasst sich kurz: „Ich glaube, bevor sich das Thema Coronavirus auf den Immobilienmarkt auswirkt, ist der Spuk vorbei.“

Ebenfalls positiv eingestimmt ist Max Reidl: „Ich werde mein Verhalten bezüglich dem Vermögensaufbau nicht ändern. Stattdessen verfolge ich weiterhin meine Strategien, ohne Entwicklungen zurückzustellen. Niemand sollte sich hinter Corona verstecken und in Schockstarre verfallen. In jeder Krise liegt eine Chance und solange es die Umstände zulassen, gilt weiterhin 100 Prozent zu geben.“

Auch Basti Kopp wird zukünftig Vollgas geben: „Ich als vermeintlicher Budenzauberer verändere meine Strategie in Bezug auf Vermögensaufbau nicht. Allerdings versuche ich die unterste Ecke vom DAX abzufischen, um günstig 20-30 Prozent Spekulationsgewinn mitzunehmen. Mein Kredo: Lohnenswerte Immobilien gibt es überall. Pandemie, Epidemie? Ich kaufe weiterhin Buden!“

Auch wir sehen in jeder Krise eine Chance und schließen uns damit den Coaches an. Gewerbeimmobilien werden zurückgehen, da die Arbeit im Home-Office zunimmt. Wohnimmobilien könnten langfristig betroffen sein, wenn es mit der Wirtschaft bergab geht. Die Gesundheit steht in jedem Fall an erster Stelle. Doch solange die Umstände es zulassen, sollte man nicht in Schockstarre verfallen, sondern weiterhin Vollgas geben. Dass Basti Buden kauft ist nicht überraschend. Bezüglich des DAX halten wir uns zurück und fokussieren uns vorzugsweise auf gute Immobilien-Deals. Wirft man einen Blick auf China, scheint sich die Lage langsam zu normalisieren. Demnach geht das Leben wieder weiter und auch die Wirtschaft wird sich erholen.

In jeder Krise steckt auch eine Chance. Wir arbeiten daran dir möglichst objektive Berichte über aktuelle Entwicklungen zu bieten. Du willst keines dieser Updates verpassen? Dann melde dich hier an:

Fazit: Die Auswirkungen der Corona-Krise im Überblick

11 Coaches haben ihr Stimmungsbild abgegeben. Davon sind 9 Stimmen positiv, eine neutral und eine negativ. Da die Immobilienmärkte nicht unmittelbar, sondern langsam auf Veränderungen reagieren, sind auch wir von immocation positiv eingestimmt. Abschließend haben wir die wichtigsten Aussagen nochmals zusammengefasst:


1. Achtet auf eure Gesundheit.

Trefft euch nicht mit zu vielen Menschen. Nur so kann die Ausbreitung der Pandemie gestoppt werden und das Gesundheitssystem droht nicht zu überlasten. 


2. Behaltet euren Bestand im Auge.

Als Immobilieninvestor und Vermieter ist es entscheidend, seinen Bestand im Auge zu behalten. Gibt es Sondervermietungen, bei denen Umsätze wegbrechen? Wie sieht es mit Gewerbeimmobilien aus? In jedem Fall Rücksprache mit den Mietern halten. Es gilt die wichtigen Stellschrauben im Bestand zu identifizieren und neue Lösungen zu finden. 


3. Cash ist King.

Der Leitsatz für die nächsten Monate. Wichtig ist zukünftige Chancen nutzen und bezahlen zu können. Wer heute Eigenkapital hat, sollte daran festhalten, bis die Krise überstanden ist. Wer heute zum Notar fährt und noch keinen Kreditvertrag unterschrieben hat, sollte umdrehen!

In diesem Sinne: „Passt auf euch auf, Gesundheit geht vor!“



Das Video zum Blogartikel gibt es hier:

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